Gestatten, Moritz!


 

 

er stört?

Könnt Ihr nicht später wieder herkommen?

ber gut, wenn Ihr schon einmal da seid, dann will ich nicht so sein und Euch meine Geschichte erzählen, muss mich nur kurz frisch machen und bin gleich wieder da....

 

Ok, bin zwar noch nicht ganz taufrisch, aber für Euch wird`s reichen. Hihihi, bin ich ein Schelm heut 

 

 

 

lso, meine Geschichte beginnt damit, dass Ute vom 5. bis 7. August 2009 Überstunden abfeierte und zu Hause war. War es Zufall oder Schicksal, dass sie ausgerechnet an diesen beidenTagen frei genommen hatte? 

Wegen des herrlichen Wetters verbrachte sie den ganzen Tag im Garten und hatte auch abends keine Lust ins Haus zu gehen. So saß sie noch lange draußen mit ihrer Mutter und ihrem Mann, als eine Taube direkt vor ihren Füssen landete. Die Taube sah krank und hungrig aus, wollte aber die Brotkrumen  die Ute ihr hingeworfen hatte, nicht aufpicken. Und so sehr Ute sich auch bemühte, sie hockte in einer Ecke und ließ sich nicht locken.  

Mittlerweile war es auch schon recht spät geworden und obwohl es Ute sehr schwer fiel, musste sie sich dazu durchringen, die Taube alleine im Garten zurück zu lassen. Ihr war nicht wohl bei dem Gedanken, weil sie wusste, dass der Garten zu Elviras Jagdrevier gehörte und Elvira war eine sehr geschickte Katze und  Jägerin.  Fast jeden Abend saß sie bei Achim und Ute im Garten, ließ sich kraulen, füttern und schlief auch ab und zu in der Gartenlaube, wo sie jeder Zeit durch ein geöffnetes Fenster raus- und wieder reinspringen konnte. Die Gefahr war also riesengroß, dass Elvira sie aufspüren würde und dann ganz nach Katzenart verletzen oder sogar töten würde.

Doch das Schicksal meinte es gut mit der kleinen Taube und Ute fand sie am nächsten Morgen gegen 9:00 Uhr vor dem Gartentor, ganz so, als hätte sie dort gewartet. Als Ute sie sah, änderte sie kurz entschlossen alle Pläne für den heutigen Tag und fuhr zum Tierarzt. Vorher allerdings packte Sie noch sämtliche Medikamente von ihrer vor kurzem verstorbenen Pucki in eine Tasche, um sie in der Praxis abzugeben und schon ging es los. Pucki war Utes erste Katze und nach anfänglichen Schwierigkeiten waren die Beiden ein Herz und eine Seele. In Utes Leben war es ein pechschwarzer Freitag, als sie Pucki, wegen eines schweren Leberschadens, im Juni hatte einschläfern lassen müssen. Aber dies ist ein besonderes Kapitel in Utes Leben und vielleicht  erzählt sie euch diese Geschichte später einmal.

eim Tierarzt angekommen, empfing sie eine lange Warteschlange und bis sie endlich aufgerufen wurde, sollte noch eine gute Stunde vergehen. "Für Eggert", hörte sie eine nette Stimme rufen. Schnell stand sie auf, packte den Transportkorb und ihre Tasche und ging zügig ins erste Behandlungszimmer. Die Arzthelferin begrüßte sie freundliche mit den Worten: "Guten Tag, was kann ich für sie tun"? "Mir ist gestern Abend eine Taube zugeflogen. Ich benötige ihre Hilfe, da ich vermute, dass sie krank ist, denn sie will weder trinken noch fressen", erklärte ihr Ute besorgt. Die Arzthelferin fingerte in dem Transportkorb herum, holte die Taube heraus und rief danach eine Ärztin, die sogleich mit der Untersuchung begann. "Oh je", rief diese bestürzt, "das arme Tier ist total abgemagert und bereits halbtot, da muss aber sofort etwas passieren". Mit diesen Worten drehte sie geschickt die Taube in ihrer Hand auf den Rücken, um sich den am Fuß angebrachten Ring genauer anzusehen und fand auch schnell die Telefonnummer des Besitzers, die hier eingraviert war. "Wir werden gleich dort anrufen", meinte Sie, "bestimmt wird das Tier schon vermisst".

Für Ute gab es jetzt nichts mehr zu tun, alles Weitere würde der Tierarzt erledigen und sie konnte nun endlich einkaufen fahren. Bereits dem Ausgang zustrebend, viel ihr ein, dass sie noch Puckis Medikamente in der Tasche hatte und sofort machte sie auf dem Absatz kehrt. Die Arzthelferin nahm die Packungen entgegen und erklärte ihr, dass die angebrochenen Packungen zurückgenommen und die noch originalverpackten vergütet würden. "Möchten Sie den Betrag gutschrieben haben", frage Sie Ute. "Ach nein", erklärte Ute traurig, das hat zurzeit keinen Sinn, meine Pucki ist vor kurzem gestorben und wann ich wieder eine Katze oder vielleicht auch einen Hund bekomme, weiß ich noch nicht. Im Moment steht mir nicht der Kopf danach". Die Arzthelferin zahlte ihr den Betrag aus und sah sie eine Weile mitfühlend an, dann lächelte sie und meinte augenzwinkernd: "Aber wir haben einen kleinen Kater, er ist ca. 7 Wochen alt, pechschwarz und total süß! Er wurde gestern im Wald gefunden und wenn wir kein neues Zuhause für ihn finden, muss er spätestens übermorgen ins Tierheim".

"Ins Tierheim!? So ein kleiner Kerl," platzte es aus Ute heraus, "das ist ja schrecklich!" Sie war richtig schockiert, denn der Gedanke, dass ich – obwohl sie mich ja noch gar nicht kannte - ins Tierheim musste, ließ sie vor Mitleid zerfließen. Und jetzt machte sie den alles entscheidenden Fehler indem sie sagte: "Darf ich den kleinen Kerl einmal sehen?" "Aber natürlich, sehr gerne, kommen Sie noch einmal in den ersten Behandlungsraum." Schon verschwand die nette Arzthelferin um Ute die Tür zu öffnen. Danach holte sie mich. . .

jetzt sahen wir uns zum ersten Mal. Ich, eine Handvoll schwarzer Kater mit stumpfem Fell, das durch starken Nissenbefall weiß gesprenkelt war und Ute, der bei meinem Anblick die Tränen in die Augen schossen. Mit großen, bernsteinfarbenen Augen sah ich Ute ein bisschen verschüchternd an, denn schließlich hatte ich in meinem kleinen Leben – mutterseelenallein im Wald ausgesetzt - schon einiges durchgemacht.

 

 

 

 

 

 

Als man mich fand, ging es mir gar nicht gut, mein Fell war voller Läuse und juckte ganz fürchterlich. Aber der Tierarzt hatte in kurzer Zeit ganze Arbeit geleistet, die Läuse zur Strecke gebracht und mich mit einer ordentlichen Dosis Immunstärkender Mittel wieder auf Kurs. Ich sah also wirklich nicht toll aus, aber Ute schloss mich sofort in ihre Arme, kuschelte mit mir und ich spürte eine wohlige Wärme. Sofort schloss ich meine Augen, schnurrte so laut ich konnte und schlief ein. Utes Herz hatte ich damit im Handumdrehen erobert und der Startschuss für ein gemeinsames Leben war bereits jetzt gefallen. Aber noch hatte Ute ein großes Problem, ihr Urlaub war bereits gebucht und sie wusste nicht, wo sie mich während dieser Zeit unterbringen sollte und ihrem Mann musste sie auch von mir erzählen. Also erbat sie sich in der Praxis ein bisschen Bedenkzeit, um zuerst mit ihrem Mann zu sprechen und natürlich auch, um eine vorübergehende geeignete Bleibe für mich zu organisieren. Schweren Herzens verabschiedete sie sich von mir.

Zuhause angekommen, erzählte sie sofort Ihrem Mann von unserer Begegnung und der spürte natürlich instinktiv, dass sie mich nur zu gerne adoptieren würde und hatte grundsätzlich auch nichts dagegen. Nur das Problem mit dem Urlaub, dass musste natürlich zu allererst gelöst werden. Den ganzen Tag telefonierte Ute mit allen möglichen Leuten und schaute sich sogar eine Katzenpension an, aber nichts schien ihr geeignet für mich. Sie war sehr traurig und hätte den Urlaub am liebsten geschmissen. Der Gedanke, mich in der Katzenpension abzugeben und dann fröhlich in den Urlaub zu starten, passte ihr überhaupt nicht und sie war heilfroh, als sich letztendlich ihre Schwester Elke bereit erklärte, mich während der Urlaubszeit zu versorgen.

Nun gab es kein zurück mehr. Ute rief noch am gleichen Tag beim Tierarzt an und vereinbarte einen Termin, an dem sie mich abholen würde. Am übernächsten Tag, einem Freitag, war es dann soweit, gegen 16:00 Uhr holte sie mich ab. Zuerst packte sie mich liebevoll in einen Transportkorb für Katzen und danach in ihr Auto. Huh, war das aufregend, ich war doch noch nie in einem Auto gefahren! Und als es dann los ging, habe ich mich ängstlich miauend sofort unterm Handtuch versteckt, auf dem ich eigentlich liegen sollte und Ute hat schnell noch einmal angehalten, um nach mir zu sehen, sie hatte Angst, ich würde unter dem Handtuch ersticken, so ein Quatsch :-)

Und zuhause ging es dann direkt in den Garten und jetzt sollte ich Achim kennen lernen. Er gefiel mir auf Anhieb und seine zärtlichen Hände verrieten mir, dass wir künftig gut miteinander auskommen würden. Er kraulte mich so lieb und ausdauernd und ich war richtig enttäuscht, als er irgendwann damit aufhörte, denn nun passierte etwas, was ich nicht einschätzen konnte und was mir auch gar nicht gefiel. Achim und Ute hatten ein kleines Freigehege gekauft, normalerweise gedacht für Kaninchen und Meerschweinchen, in das sie mich nun hineinsetzten. Mein Misstrauen war riesengroß und außerdem hatte ich Angst vorm Alleinsein. Aber die Beiden hatten kein Erbarmen und setzten mich einfach in dieses komische Gehege. Und obwohl ich mich stark bemühte und all meine Kräfte aktivierte, ich kam da nicht mehr raus, war gefangen und es gab kein Entkommen.

 

 

 

 

             

Immerzu dachte ich: "Was wäre, wenn sie mich jetzt alleine ließen?" Bei dem Gedanken bekam ich das kalte Grauen, dachte zurück an den dunklen Wald  und geriet in Pani! Aber Ute und Achim saßen nur ruhig vor dem Käfig und beobachteten mich und mein ungestümes Treiben; sie hatten nicht einen Moment die Absicht, sich davon zu stehlen und mich alleine zu lassen. Haben nur oft laut gelacht, wenn ich mich mal wieder wie Tarzan an den Gitterstäben hochgezogen und mit allen Tricks versucht habe, auszubrechen. Für sie mussten meine jämmerlichen Versuche wohl sehr drollig ausgesehen haben, aber mir war es gar nicht komisch zumute, ich habe gelitten und war richtig genervt. Wer kann denn schon in so einer Situation ahnen, dass die beiden mich nur in Sicherheit wissen wollten und Angst hatten, dass ich abhauen würde. Vielleicht hätte ich das ja auch getan und wer weiß, was dann aus mir geworden wäre.

Nach einer Weile lauten Protests habe ich mich dann doch einmal in meiner unfreiwilligen Behausung umgesehen und all die Spielzeuge berochen, die mir die Langeweile vertreiben sollten. Sie waren nicht übel, aber so richtig damit beschäftigen mochte ich mich nicht. Außerdem nervte das blöde Gras, es fühlte sich komisch an und kitzelte ständig unter meinem Bauch. Auf spitzen Füßen, die Haare zu Berge stehend, schlich ich weiter auf meiner Erkundungstour durchs Gehege. Dabei muss ich mich wohl so tollpatschig benommen haben, dass die beiden immer wieder laut los lachten. Das Katzengras, irgendwo in einer Ecke deponiert,  beroch ich mal etwas ausgiebiger, bevor ich es anknabberte und weil es nicht schmeckte,  der Spielzeugmaus mehrere Tritte verpasste. Und ganz langsam verspürte ich auch ein dringendes Bedürfnis und schaute mich nach einem geeigneten Plätzchen um, fand das Katzenklo, stiefelte hinein und kratzte ein gewaltiges Loch. Da haben die Beiden aber nicht schlecht gestaunt, weil ich sofort erkannt habe, wo mein Häufchen hin gehörte. Oh man, haben die mich gelobt und ich war stolz wie Oskar.

 

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